Demeter Historie

1924
Zu Pfingsten gibt der Gründer der Anthroposophie Rudolf Steiner im schlesischen Koberwitz mit acht Vorträgen "Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft" den Impuls zur späteren Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise.
Noch während der Tagung wird  ein "Versuchsring anthroposophischer Landwirte" (1924)  gegründet, um die  Anregungen Steiners in der landwirtschaftlichen Praxis zu erproben und auszuarbeiten.

1927
Das erste Buch „ Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise“ erscheint, verfasst von Erhard Bartsch.

1928
Für die Demeter-Marke werden die ersten Zertifizierungsstandards für Lebensmittel formuliert,  weltweit erstmalig für die noch junge Ökologische Landwirtschaft, zeitgleich entstand auch das Gütesiegel der Lebensreformbewegung für ihre gärtnerischen Erzeugnisse.

Auf Hof Marienhöhe, ein paar Sandhügeln hinter Berlin, beginnt mit der biodynamischen Kultivierung die Entwicklung zum Musterbetrieb.

1930
Die Demeter Monatschrift wird zum öffentlichen Organ der biodynamisch interessierten Landwirte und Gärtner.

1930
Lili Kolisko und Ehrenfried Pfeiffer entwickeln die Kupferchlorid-Kristallisation als bildschaffende Methode. Damit werden innere Qualitäten wie Vitalität oder Reife von Lebensmitteln sichtbar gemacht.

Der Versuchsring zählt 250 Mitglieder in  Deutschland, 109 in der Schweiz, 104 in weiteren europäischen Ländern und 28 in Übersee. (koepf/Plato)

1931
Ungefähr 1000 Hofstellen werden biologisch-dynamisch bewirtschaftet, (Seifert 1940)  was auch Gärtner und Selbstversorger umfasst.  Der Impuls verbreitet sich verstärkt auch im Ausland, in der Schweiz, den Niederlanden, in Österreich, England, Schweden und Norwegen.

1933
Die Schweizer Firma Holle ist die erste, die Demeter Erzeugnisse verarbeitet.

1941
Alle Demeter-Organisationen und die Monatsschrift "Demeter" in Deutschland werden durch die Nazis verboten, führende Persönlichkeiten werden inhaftiert, Auskunftsstellen geschlossen, Literatur beschlagnahmt. Die Vorwürfe waren  u.a. internationale Beziehungen, Individualismus sowie die Weigerung, in die NSDAP einzutreten. Dennoch lässt die SS in zwei KZs biodynamisch gärtnern, in Dachau und Ravensbrück.

1945
Durch die Teilung Deutschlands und die spätere Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR verliert die Biodynamische Bewegung ihre Zentren und kann sich nur in Westdeutschland weiterentwickeln, mit ein paar Dutzend Betrieben.

1946
Der "Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise"  wird in Stuttgart als Nachfolgeorgan des biodynamischen Versuchsrings bzw. Reichsverbands gegründet. 1947 findet wieder ein Einführungskurs für biodynamische Landwirtschaft statt – der erste nach dem Krieg.

1950
Die erste Ausgabe von  "Lebendige Erde" erscheint, die Zeitschrift des Forschungsrings. Das "Institut für biologisch-dynamische Forschung" wird in Darmstadt gegründet und nimmt ab 1952 die wissenschaftliche Arbeit sowie die Zusammenarbeit mit deutschen Agrarfakultäten auf.

1952
Die Bäuerliche Gesellschaft Nordwestdeutschland gründet sich als erste von heute neun biologisch-dynamischen Arbeitsgemeinschaften auf Ebene der Bundesländer.

1954
Der Demeter-Bund konstituiert sich in Bad Vilbel als Nachkriegsinstitution für die Zertifizierung biodynamisch erzeugter Lebensmittel.

1957
96 landwirtschaftliche Demeter-Vertragsbetriebe bewirtschaften ca. 2000 Hektar in Deutschland biodynamisch´(Koepf/Plato)

Ehrenfried Pfeiffer, biodynamischer Forscher der ersten Stunde entwickelt als Professor an der Rutherford University in New Jersey Verfahren zur Kompostierung von Siedlungsabfällen.

1969
Mit den erstmalig ins Leben gerufenen Landbauforschungsgesellschaften Fuhlenhagen und Sottorf versuchen Demeter-Betriebe in Norddeutschland, ihren gemeinnützigen betrieblichen Anspruch mit umweltschonender Landwirtschaft , Erprobung neuer Sozialmodelle sowie begleitender Forschung sowie Pädagogik bzw. Therapie, eine Rechtsform zu geben.

1969 
In Nürnberg gründet sich einer der ersten Demeter-Verbrauchervereine,  hervorgegangen aus einer Abo-Kiste Anfang der 60er Jahre und dem „Demeter-Arbeitskreis Nürnberg“  der als Außenstelle des „Demeter-Bundes“ Erzeuger, Händler und Verbraucher betreute.

1973
Die erste Dissertation (von Ulf Abele) zu einer biologisch-dynamischen Fragestellung wird an der Universität Giessen angenommen. Die Universität Hohenheim stellt ihr Versuchsgut in Ensmad auf Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise um.

1974
Junge Menschen streben aufs Land: Die erste biologisch-dynamischen Landbauschule wird am Dottenfelderhof gegründet. Seit 2009 ist der Abschluss staatlich anerkannt: Fachkraft biologisch-dynamischer Landbau.

Mit Demeter-Milch kommt das erste tierische Demeter- (und Bio-) Produkt auf den Markt, auf Initiative von anthroposophischen Ärzten, vertrieben wie auch andere Demeter-Produkte damals in Reformhäusern.

1972
Demeter Vertreter gründen IFOAM mit, den Dachverband der weltweiten Öko-Landbaubewegungen, lange Jahre arbeiten Demeter-Fachleute u.a. Jan von Ledebur, im Weltvorstand.

1979
erstmals öffentliche Beschäftigung der Fachwelt mit „Alternativen im Landbau“ im Rahmen einer Tagung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft , mit mehreren Beiträgen von Biodynamikern

Gründung der Partei die Grünen: Auch Demeter-Bauern sind mit dabei

1983
Die freie biodynamische Ausbildung startet in Norddeutschland und bietet vier Jahre praxisbegleitende Seminare mit Abschluss; inzwischen auch in Ostdeutschland und NRW/Hessen.

1987
Der Forschungsring gibt das erste Buch zur artgemäßen Nutztierhaltung  heraus - Autor ist Michael Rist –, das nach vielen Tagungen die Fachdiskussion bündelt

1988
1988 Die erste CSA in Deutschland –  das ist eine Wirtschaftsgemeinschaft aus Verbrauchern und Landwirten, heute „solidarische Landwirtschaft“  - legt auf dem Demeter-Buschberghof los.

Der biodynamische Agrarforscher Edwin Scheller prägt den Begriff der aktiven Nährstoffmobilisierung durch die Pflanze, heute ein anerkanntes Konzept der Wissenschaft.

1992
Der biodynamische Agrarforscher Dr. Edwin Scheller entdeckt die aktive Nährstoffmobilisierung durch die Pflanze und arbeitet in den Folgejahren dieses Konzept aus.

In Järna, Schweden, werden die ersten internationalen Demeter-Rahmenrichtlinien auf einer Konferenz der Demeter-Organisationen aus aller Welt  verabschiedet.

1994
Als erster ökologischer Anbauverband verabschiedet Demeter-Richtlinien für die Verarbeitung von Lebensmitteln.

Dr. Hartmut Spieß, Forscher im "Institut für biologisch-dynamische Forschung", schließt die erste Habilitation über ein biodynamisches Thema ab, zur Wirkung des Mondes auf das Pflanzenwachstum. Er fand lunare Reaktionstypen.

1997
Demeter International e.V. gründet sich als Zusammenschluss 19 unabhängiger Demeter-Organisationen weltweit. Alle Kontinente sind vertreten.

1999
Zum 75. Geburtstag der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise bekommt  Demeter ein neues, einheitlicheres Erscheinungsbild, die Marke wird überarbeitet. Die rund um den Globus geltenden Demeter-Verarbeitungsrichtlinien regeln mehr als 3500 Demeter-Produkte der weltweit größten Anbietergruppe kontrolliert ökologischer Waren.

2000
Jürgen Fritz weist in seiner Doktorarbeit an der Uni Bonn die Wirkungsweise des biodynamischen Kieselpräparates nach.

2001
Das Manifest für eine "Lebenslandwirtschaft" des biodynamischen Forschungsrings, abgedruckt in „Die Zeit“,  wird mit 12.000 Unterschriften der Politik überreicht.

2002
Demeter und Bioland stellen die Weichen für eine Weiterentwicklung der AGÖL zum heutigen Bundesverband für Ökologische Lebensmittelwirtschaft BÖLW. Demeter International richtet eine Vertretung in Brüssel ein.

Die Veröffentlichung des DOK-Versuchs, einem Vergleich von biodynamisch –organisch-konventionell,  in der weltweit  renommierten Zeitschrift  „Science“ verdeutlicht der Fachwelt, dass biodynamische Landwirtschaft als einzige Wirtschaftsweise die Bodenfruchtbarkeit erhöht.

2003
 Dr. Ibrahim Abouleish erhält den „Right-Livelyhood Award“, den alternativen Nobelpreis für sein Lebenswerk, die biodynamische Sekem Farm, die er zu einem nicht nur für die dritte Welt ökologisch und sozial vorbildlichen Unternehmen ausgebaut hat.

2004
Der Forschungsring führt mit 23 Nonnen die "Ernährungs-Qualitäts-Studie" (Klosterstudie) durch, die als erste wissenschaftliche (Vor-)Untersuchung die Wirkung von Bio- (hier Demeter-) Lebensmitteln auf das körperliche, geistige und seelische Befinden des Menschen untersucht.

2005
An der Universität Kassel-Witzenhausen wird mit Hilfe von Stiftern für fünf Jahre eine Professur für Biologisch-Dynamischen Landbau ermöglicht – besetzt mit Prof. Ton Baars.

2006
Der Demeter Gärtner Christian Hiß gründet im süddeutschen Eichstetten die Regionalwert AG (RWAG) als Bürgeraktiengesellschaft: mit dieser Beteiligungsform soll die Land- und Regionalwirtschaft rund um Freiburg sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig gestaltet werden.

2007/2008
Die Reorganisation der biodynamischen Arbeit mündet in der Fusion bundesweiter Aufgaben im Demeter e.V. und einem Delegiertensystem.

2010
Demeter verabschiedet eine eigene Richtlinie für Pflanzenzüchtung, um diese zu fördern.

2013
Die Demeter Delegierten beschließen, die biodynamische Züchtung jährlich mit einem festen Betrag zu fördern.

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