Wintertagung 2019

Sonnabend und Sonntag, 12. Januar und 13. Januar 2019

 

Liebe Freunde,

am 12. und 13. Januar 2019 findet die Wintertagung der Bäuerlichen Gesellschaft im Norden statt. Unser vorläufiges Tagungsthema lautet 

Kernpunkt unserer Arbeit -
Individualität statt Anpassung

Welches sind die Kernaufgaben, vor denen wir heute stehen - als Menschen, als Menschheit und als BäuerInnen und GärtnerInnen?

Wie verhalten wir uns angesichts einer in diesem Jahr schon am 2. August verbrauchten Erde – für Deutschland schon Ende April – und gleichzeitig einer Gesellschaft die angeblich biologische oder sogar Demeter-Landwirtschaft bevorzugt?

Bereits 1873 schrieb der italienische Geologe Antonio Stoppani über die „Anthropozoische Ära“: Der Mensch hat es in der Hand, wie es mit der Erde, der Natur und der Evolution weitergeht.

Mit Hilfe der Ideen aus der Geisteswissenschaft zur Evolution von Welt, Erde und Mensch können wir die Diskussion um die Sonderstellung des Menschen in der heutigen Zeit bereichern und einen positiven Weg aus dem kurzsichtigen Anthropozentrismus suchen. Der Mensch kann nicht abseitsstehen – entweder er hilft bei der positiven Entwicklung von Welt, Erde und Natur oder unterstützt die Vernichtung der Schöpfung.

Wir sind aufgefordert zu handeln und fühlen uns allein und schwach. Der einzelne Mensch lebt mehr als nur einen Spagat.

Jeder Einzelne versucht individuell, in seinem Beruf, in seinem sozialen Umfeld zu seiner Eigenständigkeit zu kommen. Wir bewegen uns dabei zwischen der vielbeschworenen Selbstoptimierung und dem intimen Wunsch uns kennen zu lernen und uns meditativ zu schulen. Wir alle haben das Bedürfnis dazuzugehören und übernehmen Werte der anderen, wagen (zu) selten Widerspruch, üben vorauseilenden Gehorsam gegenüber den Meinungsmachern der Gesellschaft oder unserer Gemeinschaft. Wie Jugendliche in ihrer Peergroup.

Wie gelingt es uns, uns selbst zu erstarken und unsere Kernpunkte zu leben?

Um nicht immer wieder in die Gedankenschablonen des monokausalen Verstandesdenkens zu verfallen, schulen wir unser Denken! Nur ein neues, bewusst geschultes Denken kann die Weltsituation weiterentwickeln, in die uns das „Alte Denken“ geführt hat. Wie werden unsere Ideen zu Idealen? Wie schulen wir unser Gefühl und unseren Willen, um im Täglichen geistesgegenwärtig zu agieren? Wie gelingt uns, in einer Situation das uns Angemessene, gegen eigene und äußere Widerstände zu tun?

Welche Aufgaben liegen für uns als Bauern, Gärtner und Unternehmer in Handel und Verarbeitung in diese Weltsituation? Gelingt es uns das Besondere der biologisch-dynamischen Landwirtschaft zu erkennen und zu wahren? Gelingt es uns, die Welt als vom Geist bestimmt zu erleben? Im täglichen bedeutet dies, die Entscheidungen und Handlungen davon bestimmt sein zu lassen, dass der eigene Betrieb nicht nur ein Organismus ist, der sich im Stoff- und Kräftekreislauf selbst erhält, sondern ein Eigenwesen, mit einer realen Biografie und einer eigenen Individualität, dem Menschen vergleichbar.

Gelingt die Individualisierung unserer Betriebe, so kommen wir gleichzeitig der von Rudolf Steiner beschriebenen Idee näher, wir erstarken uns selber und unsere Betriebe in ihrer Vielfalt bis hin zu einem daraus gespeisten Markenbild. Gleichzeitig kommen wir dem Geist des Be-triebsortes näher und bilden noch stärker Anziehungspunkte für Menschen/Konsumenten aus der ganzen Gesellschaft.

Für unsere Tagung haben wir Helmy Abouleish, Geschäftsführer Sekem, El Sharkeya, Ägypten, Ola Aukrust, Landwirt, Norwegen, Martin v. Mackensen, Leitung Freie Landbauschule Dottenfelder Hof, Bad Vilbel (angefragt), Emanuel Schmock, Geschäftsführer MOGLi Naturkost GmbH, Berlin, Stefan Voelkel, Geschäftsführer Voelkel GmbH, Höhbeck, Johannes Wirz, Biologe, Bienenkundler, Naturwissenschaftliche Sektion, Dornach, Schweiz gewinnen können.

Immer wieder wird jeder sich der Gefahr ausgesetzt sehen sich dem Mainstream anzupassen, aus was für Gründen auch immer.

In der Tagung wollen wir uns einen Überblick über die Entwicklung der Welt verschaffen, intensive Gespräche zur Denk-, Gefühls- und Willensschulung führen und in eine vertiefte Beschäftigung mit der Betriebs-/Hofindividualität einsteigen. Dadurch schaffen wir uns gemeinsam die Werkzeuge und die Kraft für den Weg von veränderten Denk- und Lebensgewohnheiten hin zu einer veränderten Entwicklung unserer Höfe, Verarbeitungs- und Handelsunternehmen.

Wir freuen uns auf eine impulsierende Arbeit mit Euch,

Die Tagungsvorbereitung

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